Aktuell

ORF-Thema vom 20. April 2015:

Im August 2014 starb Ilkay Cafer auf einer Baustelle. Erdrückt von der 120 Kilogramm schweren Last zweier Baustellengitter. 43 Jahre hat der 66-jährige Österreicher und gebürtige Kurde auf Baustellen gearbeitet, doch passiert ist es in seiner Pension.

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Anja Melzer, Der Standard vom 31. März 2015

Ein Mann, der partout nicht aus einem Baustellenhaus in Wien ausziehen wollte, starb unter mysteriösen Umständen. Die Anwältin der Hinterbliebenen beklagt schwere Versäumnisse bei den Ermittlungen

Wien – Acht Monate sind seit dem mysteriösen Tod eines 65-jährigen Mannes vergangen, der nicht aus einem Wiener Baustellenhaus ausziehen wollte. Immer noch warten Hinterbliebene auf die Klärung der Todesumstände. Offiziell – so lässt die Staatsanwaltschaft mitteilen – werde weiterhin wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Doch aus den Ermittlungsakten geht hervor, dass seit November nichts geschehen ist.

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Nicole Tomasek, Jungle World vom 18.9.2014

Braut und Bräutigam lächeln schüchtern, er mit einer Tolle im Haar, sie ganz in Weiß. Das von Rosen umgebene Foto auf einem Hochzeitsteller mit Goldrand an der Wand neben dem Tresen im Café Else hat inzwischen einen Rotstich. Das schüchterne Hochzeitspaar sind Frau Else, wie sie nur genannt wird, eine Prater-Prostituierte und Rotlichtgröße, und ihr Mann aus einer Wiener Zuhälterfamilie. Die vor allem in den sechziger Jahren berühmte Frau Else eröffnete das Café Else 1978, ein Lokal, in dem Prostituierte und Freier anbandelten. Rundherum im Volkertviertel in Praternähe befanden sich Stundenhotels. Die für ihre Brutalität berüchtigte Zuhälterin und Prostituierte »Wilde Wanda«, die die von Männern dominierte Rotlichtszene in den siebziger Jahren kräftig aufmischte, verkehrte auch in dem Café und war mit Frau Else befreundet. Diese war jedoch vielmehr für ihre Großherzigkeit und Hilfsbereitschaft in der Nachbarschaft bekannt und galt als äußerst tier- und kinderlieb. »Die Hunde kommen immer noch vorbei, weil sie ein Leckerli erwarten«, erzählt Roland Schweizer, der das Café Else vor einem Jahr neu eröffnet hat. Frau Else habe er nicht mehr kennen gelernt, sie war vor ein paar Jahren gestorben, das Café stand etwa zwei Jahre leer. Der Hochzeitsteller fand aus ihrem Nachlass durch einen ihrer Neffen den Weg ins neue Café Else. Heute ist es kein Rotlichttreff mehr, auch wenn es in der Nähe noch ein paar Stundenhotels gibt. Aber die Geschichte werde nicht vergessen, und »jeder ältere Taxifahrer kennt das Lokal«, sagt Schweizer.

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Lisa Bolyos, Augustin – Die erste österreichische Boulevardzeitung vom 18.09.2014

In der Esterhazygasse in Mariahilf steht ein Haus, und das Haus soll saniert werden. Ein Mieter ist renitent genug, nicht auszuziehen. Ein paar Wochen später ist er tot. Ein Leben wird betrauert, ein Krimi beginnt: die Geschichte einer Nachbar_innenschaft.

Eigentlich sollte diese Geschichte Wolf Haas schreiben: Jetzt ist nämlich schon wieder was passiert. Und das, was da passiert ist, tönt mehr nach einem seichten Krimi im Immobilienmilieu. Oder nach dem Gründungsmythos einer Mietrechtsbewegung. Und ist doch keines von beiden, sondern: wahr.

Am 2. August wurde Cafer I., 65, langgedienter Mieter einer Wohnung im Haus Esterhazygasse 6 im 6. Wiener Gemeindebezirk, in eben diesem Haus tot aufgefunden – erschlagen oder erdrückt von Baugittern. Der Journalistin Anja Melzer ist zu verdanken, dass die Geschichte in der Tageszeitung «Der Standard» öffentlich gemacht wurde. Den Nachbar_innen ist zu verdanken, dass keine Ruhe einkehrt.

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Ricardo Peyerl, Kurier vom 9.9.2014

Im TV-Krimi wollen die Kommissare gleich am Auffindungsort der Leiche vom Gerichtsmediziner Tatzeit und Todesursache wissen. Spätestens am nächsten Tag liegen die Ergebnisse dann vor, nachdem die Obduktion durchgeführt worden ist.

Und in Wirklichkeit? Seit fünf bzw. seit fast vier Wochen warten die Ermittler auf die Obduktionsergebnisse in zwei mehr als mysteriösen Wiener Todesfällen. Beide werden von der Staatsanwaltschaft untersucht, bei beiden ist Fremdverschulden möglich, bei einem ist sich die Polizei sogar sicher. Doch die angeordneten Leichenöffnungen liegen im wahrsten Sinn des Wortes auf Eis, die Ermittlungen stocken.

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Orange 94.0 vom 8. September 2014

Immobilienspekualtionen. Am 2. August wurde Cafer I., der letzte Bewohner eines Hauses in der Esterházygasse 6 tot aufgefunden, das gerade kernsaniert werden sollte. Die Todesursache ist noch unbekannt, während die Staatsanwaltschaft ermittelt. Die prekären Verhältnisse, die durch Wohnungsnot und Verdrängung verursacht werden, werden in Wien immer fataler.

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oe24.at vom 17. August 2015

Wien: Freunde glauben an Mord. Die Polizei an Fahrlässigkeit.

Cafer I. (65), der seit 30 Jahren im Haus in der Esterházygasse wohnte, wollte seine Wohnung nicht aufgeben. Monatelange Verhandlungen mit dem Hausbesitzer, der die alten Wohnungen derzeit in Luxusappartements verwandeln lässt, scheiterten.

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oe24.at vom 15. August 2014

Der Tod eines 65-jährigen Mieters, der nicht weichen wollte, bleibt weiter rätselhaft.

Cafer I. war der letzte Mieter im Zinshaus in der Esterházygasse. Das Gebäude wird derzeit saniert, aus den Wohnungen sollen Luxus-Appartements werden. Cafer I. sollte wie alle anderen Mieter seine Wohnung, in der er seit 1984 lebte, verlassen. Seit mehr als einem Jahr liefen die Verhandlungen zwischen den Besitzern und Cafer I.

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Anja Melzer, Der Standard vom 12. August 2014

Ein Zinshaus in Mariahilf soll generalsaniert werden, die Bewohner mussten ausziehen. Einer weigerte sich. Nun wurde er tot aufgefunden – von Baugittern erdrückt

Wien – Die Samstage von Cafer I. hatten einen geregelten Ablauf: Erst holte er sich eine Topfengolatsche vom Bäcker, dann ging er in die Sauna. Am Samstag, dem 2. August, war die Sporttasche gepackt, die Mehlspeise wartete essbereit auf dem Küchentisch, Cafer I. aber lag tot im Eingang seines Hauses in der Esterházygasse.

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Kronen Zeitung vom 8. August 2014

Die Wiener Polizei beschäftigt sich derzeit mit dem mysteriösen Tod eines 65- Jährigen. Cafar I. – Vater von sechs Kindern und elf Enkelkindern – starb auf einer Baustelle, die einmal sein Zuhause war. Der Wiener war der letzte Mieter eines Hauses, aus dem die anderen Bewohner längst geflohen waren.

Wieder und wieder hatte der Bausachverständige Kurt W. die Wiener Baubehörden auf die untragbaren Zustände im Haus in der Esterhazystraße informiert. “Mir ist schleierhaft, wie das alles bewilligt werden konnte. Dennoch hat die Baupolizei nichts unternommen, obwohl auch das Kellermauerwerk völlig durchnässt war”, schildert der Experte erschüttert.

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